Hilfe für trockene Haut

Januar 30, 2026
Dr. E. Voss Professional Care

Trockene Haut fühlt sich oft rau an, spannt oder reagiert empfindlich. Hilfe für trockene Haut beginnt deshalb nicht nur bei mehr Pflege, sondern beim Verständnis der Hautstruktur. Häufig verliert die Haut nicht nur Feuchtigkeit, sondern vor allem Stabilität in ihrer natürlichen Schutzschicht. Die Lipidbarriere entscheidet darüber, wie gut die Haut Wasser speichert, wie widerstandsfähig sie gegenüber äußeren Einflüssen bleibt und wie schnell sie sich regeneriert.

Neben Umweltfaktoren und Reinigung spielen auch Formulierungen eine Rolle. Bestimmte Emulgatoren gehören zu den oberflächenaktiven Substanzen und können die Hautstruktur beeinflussen, wenn sie lange auf der Haut verbleiben. Dadurch gerät die Barriere leichter aus dem Gleichgewicht.

In diesem Beitrag erfahren Sie, was auf zellulärer Ebene passiert, wenn Haut austrocknet, welche Faktoren die Barriere schwächen und warum Reinigung, Pflegegewohnheiten, Emulgatoren und Wirkstoffe dabei eine zentrale Rolle spielen. Sie erhalten außerdem einen Überblick darüber, welche Inhaltsstoffe die Hautstruktur unterstützen und wie eine barriereorientierte Pflegeroutine trockene Haut langfristig stabilisieren kann.

Trockene Haut entsteht nicht einfach, weil „zu wenig Feuchtigkeit“ vorhanden ist. Entscheidend ist, wie gut die Haut Wasser speichern kann. Dafür sorgt die äußere Hautschicht, die Hornschicht. In ihr liegen Hautzellen wie Ziegelsteine, dazwischen befinden sich hauteigene Lipide. Diese Lipide bestehen vor allem aus Ceramiden, Cholesterin und Fettsäuren. Zusammen bilden sie die Lipidbarriere. Sie hält Feuchtigkeit in der Haut und schützt vor äußeren Reizen.

Wenn diese Struktur aus dem Gleichgewicht gerät, verliert die Haut schneller Wasser. Der sogenannte transepidermale Wasserverlust steigt. Gleichzeitig können Reizstoffe leichter eindringen. Die Haut reagiert mit Spannungsgefühl, Rauigkeit, Schuppung oder Juckreiz. Sie fühlt sich dünner und empfindlicher an. Auch Rötungen treten schneller auf. Für die kosmetische Praxis bedeutet das: Die Haut braucht nicht nur Wasser, sondern vor allem Struktur und Lipide, damit sie sich selbst stabilisieren kann.

Grafik einer gestörten Hautbarriere in Mauersymbolik, die Lücken in der Lipidbarriere ermöglichen Wasserverlust

Was schädigt die Hautbarriere?

Viele Einflüsse wirken täglich auf die Haut ein. Heizungsluft, Kälte und Sonnenstrahlung trocknen die Haut aus. Doch häufig verstärken auch Pflegeroutinen das Problem. Wenn Sie die Haut oft reinigen, intensiv peelen oder stark entfettende Produkte verwenden, verliert die Hornschicht schrittweise ihre schützenden Lipide. Was die Barriere besonders belastet: zu häufige Peelings, oberflächenaktive Substanzen wie Duschbäder, Geschirrspülmittel oder Lösungsmittel, aber auch starke mechanische Belastungen durch Reiben oder Bürsten. Die Haut wirkt danach zwar sauber, doch sie verliert einen Teil ihrer natürlichen Schutzstruktur.

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Die Schädigung der Hautbarriere am Beispiel eines Geschirrspülmittels

Ein Geschirrspülmittel zeigt sehr anschaulich, wie oberflächenaktive Substanzen arbeiten. Die enthaltenen Tenside umhüllen Fetttröpfchen in einer Pfanne und machen sie wasserlöslich. So lässt sich das Fett einfach abspülen. Genau dieser Mechanismus wirkt auch auf der Haut. Wenn Sie Ihre Hände mit Seife oder Duschgel waschen, entfernen Tenside nicht nur Schmutz, sondern lösen auch Teile der hauteigenen Lipide.

Emulgatoren in Kosmetika gehören ebenfalls zu den oberflächenaktiven Substanzen, auch wenn sie weniger stark emulgieren als Tenside. Aber im Gegensatz zu diesen werden sie nicht nach kurzem Kontakt abgespült sondern verbleiben stundenlang auf der Haut und helfen beim Waschen dabei, wertvolle Hautlipide wegzuschwemmen. Die Lipidstruktur wird gelockert, die Haut verliert Stabilität, reagiert empfindlicher und trocknet schneller aus.

Was hilft bei trockener Haut wirklich?

 “Wenn Sie trockene Haut langfristig stärken möchten, lohnt sich der Blickauf die Barriere. Sie profitiert von Lipiden, die der Hautstruktur ähneln. Ceramide, essentielle Fettsäuren und hautverwandte Lipide stabilisieren die Zwischenräume der Hornschicht. Ganz besonders gut ist hierfür unsere neue LMX Rezeptur mit der langkettigen Fettsäure „Lignocerinsäure“ (INCI: lignoceric acid) geeignet.

Feuchtigkeitsbindende Stoffe wie Hyaluronsäure oder Glycerin helfen zusätzlich, Wasser in der Haut zuhalten. Panthenol, Niacinamid oder Ectoin beruhigen gereizte Haut und unterstützen die Regeneration.

Grafik einer reparierten Lipidbarriere mittels LMS Mörtels
Produktempfehlungen von Dr. E. Voss zur Hilfe für trockene Haut

 

Auch die Art der Pflege spielt eine Rolle. Emulgatorarme oder emulgatorfreie Formulierungen respektieren die Hautstruktur stärker. Milde Reinigungsprodukte mit wenig Tensiden belasten die Haut weniger. Der pH-Wert beeinflusst zusätzlich das Hautmilieu. Ein leicht saurer pH-Wert unterstützt eine gesunde Hautflora. Ein alkalisches Umfeld, wie es klassische Seifen erzeugen, schwächt sie eher.

Beruhigende Wirkstoffe senken die Reizschwelle der Haut. Hautverwandte Lipidstrukturen, wie sie in modernen lamellaren Cremesystemen vorkommen, können sich besonders gut in die Barriere einfügen. So entsteht Pflege, die nicht nur aufliegt, sondern die Hautstruktur ergänzt.

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