Sonne. Schadenssquelle?

Juni 15, 2022

LICHT UND HAUT – Licht, Wärme und Sonne gelten als wichtige biologische Faktoren, die Wohlempfinden erzeugen. Wenn es um unsere Haut geht, bringt die Sonne aber auch negative Folgen mit sich. Chemiker Dr. Eckart Voss erklärt, welche Auswirkungen Sonneneinstrahlung für die Haut hat.

Wir alle wissen, dass viele Funktionen unseres Körpers mit zunehmendem Alter abnehmen. Seien es
Muskeln oder Knochen, Herzleistung oder das Aussehen unserer Haut. Diese Veränderungen werden als intrinsisches Altern bezeichnet.

 

Intrinsische Alterung

Das bedeutet Altern, das nur auf interne Stoffwechselprozesse in unserem Körper zurückzuführen ist. Hauptverantwortlich für das intrinsische Altern sind hormonelle Veränderungen, aber auch die Anhäufung von Replikationsfehlern im Laufe der Zeit, das heißt, dass sich innerhalb der Jahre einige Defekte in lebenswichtigen Teilen unseres Körpers angesammelt haben, die nicht mehr repariert werden können und somit zu einer Leistungsminderung führen. Bereiche unserer Haut, die nur von intrinsischer Alterung betroffen sind, sind die Innenseiten unserer Arme oder die Gesäßregion, da diese Teile unserer Haut nur wenig Licht und anderen Umweltfaktoren ausgesetzt sind. Denn das  Licht ist die Hauptursache der äußeren Alterung.

Die intrinsische Hautalterung ist nur für ein Drittel der gesamten Alterungssymptome verantwortlich. Die extrinsische Alterung ist dagegen mehr als doppelt so stark.

Wichtig!

Extrinsische Hautalterung

Der wichtigste Alterungsfaktor ist das UV-Licht der Sonne (oder des Solariums). Dieses UV-Licht ist unsichtbar. Und es gibt zwei Arten von UV-Strahlung. Das UV-B, das von der Oberhaut, der Epidermis, absorbiert wird, und nicht tiefer dringt als bis zur Basalmembran, und das UV-A, das bis in die Dermis, wo sich unsere Hautelastizitätsmatrix befindet, dringt. Da das UV-B für Sonnenbrand verantwortlich ist, können wir auch von UV-Brand und UV-Alt als plausiblem Zusammenhang sprechen. UV-A ist also hauptverantwortlich für die meisten sichtbaren Hautalterungssymptome. Es lässt unsere empfindliche Elastizitätsmatrix in der dermalen Schicht mittels reaktiver Sauerstoffspezies (ROS), die durch UV-A erzeugt werden, altern. ROS schneidet Kollagen- und Elastinketten ab und verwandelt unser schönes „Hauttrampolin“ in eine „Hängematte“. Diese ROS sind eigentlich ganz normale natürliche Nebenprodukte von Stoffwechselprozessen in unserem ganzen Körper. Sie werden durch Fehlreaktionen erzeugt, aber normalerweise durch sogenannte Radikalfänger, die ROS genauso schnell löschen, wie sie erzeugt werden, im Gleichgewicht gehalten.


Auswirkungen für die Haut

Die Haut ist jedoch in der unglücklichen Situation, dass sie im Gegensatz zu den anderen Organen unseres Kör- pers immer dem Licht ausgesetzt ist. Der UV-A-Anteil des Lichts, der die Dermis gut erreicht, erzeugt in Hautzellen 150-mal mehr ROS als in allen anderen Körperzellen. In jungen Jahren gibt es hier zwar auch 150-mal mehr Radikalfänger, wie z.B. Vitamin E und Vitamin C, sodass wiederum ein gutes Gleichgewicht zwischen Angriff und Verteidigung besteht. Die Produktion der Verteidigungslinie, der Radikalfängern geht jedoch mit dem Alter zurück und bald ist nicht mehr genügend Kapazität vorhanden, um die lichtinduzierten Radikale zu kontrollieren. Das Ergebnis ist deutlich sichtbar in Form von Falten und Altersflecken und manchmal auch vom aktinischer Keratose und Basaliomen. Evolutions-bedingte Gründe Vielleicht fragen Sie sich, warum dies der Fall ist, warum sich also in Jahrmillionen nicht eine faltenresistente Haut durchgesetzt hat. Denken Sie jedoch daran, dass Falten und Altersflecken für das Überleben der Menschen nicht wichtig sind, also kein Evolutionskriterium bedeuten. Der Steinzeitmensch konnte trotz Falten Büffel jagen, außerdem hat er das „Faltenalter“ von über 35 Jahren oft gar nicht erreicht. Heute hat man jedoch den Eindruck, dass Falten und Altersflecken zumindest ab einem bestimmten Alter die Lebensqualität drastisch reduzieren.

Es gibt auch andere Generatoren von ROS, nämlich Tabak (Rauchen), Alkohol, starke Hitze oder Kälte und psychosoziale Stress-Situationen. UV-A ist jedoch für die Haut die größte Schadensquelle, glücklicherweise aber auch die Quelle, die am leichtesten vermieden werden kann.

Langzeitfolgen

Beachten Sie, dass wir bisher nur über Hautalterung gesprochen haben. Sie ist vielleicht nicht schön, aber auch nicht gefährlich. Hautkrebs ist jedoch überwiegend das Ergebnis der Wirkung von UV-B Strahlen auf die DANN in der Basalzellmembran, der Wiege für neue Hautzellen. Diese Membran befindet sich zwischen der dermalen und der epidermalen Schicht und produziert, in einem Monat etwa zwei Quadratmeter Epidermis, da die epidermale Schicht während dieser Zeit vollständig erneuert wird.

Es sollte klinische Studien geben, die die gewünschte Wirkung nachweisen und die Rezeptur sollte diese Wirkstoffe in der gleichen Konzentration enthalten, die in der klinischen Studie verwendet wurde. Wenn all dies beachtet wird, sind sehr effiziente Kosmetika möglich.

Kosmetische Anforderungen

Zwei Quadratmeter Epidermis erfordern eine enorme Menge an Produktion in der Basalzellmembran. Das Programm, oder wie man heute sagt, der „Quellcode“ all dieser Produktionsprozesse in der Zelle ist in der DANN der Basalschicht festgelegt. Die DNA-Doppelstränge müssen fortwährend geöffnet, kopiert und wieder geschlossen werden und die so erhaltene Information zu neuen Zellen verarbeitet werden. Leider dringt gerade UV-B bis in die Basalzellen vor und kann aufgrund seiner kurzen Wellenlänge Fehlverknüpfungen von essenziellen DNA-Bausteinen verursachen, die dann diesen Programmteil der DNA unlesbar machen – als wären in Ihrem Kochbuch zwei Seiten verklebt und Sie könnten nicht mehr an das gewünschte Rezept gelangen. Auf der DNA-Ebene ist dies ein nur schwer zu reparierender Schaden, der sich langfristig zu Krebs entwickeln kann. Deshalb ist es sehr wichtig, die Haut vor übermäßigem UV-B zu schützen.

Hilfe in der Kosmetik

Viele Menschen wollen sofortige Ergebnisse. Sie gehen also in ein Kosmetikinstitut und bitten um sofortige Entfernung der Falten oder Altersflecken: Sie wollen also Reparatur statt Prävention. Glücklicherweise hat die Kosmetikbranche in den letzten zehn Jahren viele innovative Inhaltsstoffe entwickelt, die wirklich gute Arbeit leisten können. Und die Kosmetikindustrie hat gegenüber medizinischen Behandlungen den Vorteil, dass Cremes im Gegensatz zu Salben mehr als einen Wirkstoff in einer Formel enthalten dürfen. Die Kosmetikindustrie kann also auf starke Wirkstoffe von Zulieferern zurückgreifen, die viel Geld in den Nachweis der Wirksamkeit investieren. Durch die geschickte Kombination dieser Inhaltsstoffe in einer guten Formel sind leistungsstarke Kosmetikprodukte möglich. Aber solche Formeln sind natürlich ziemlich teuer. Und da viele Anbieter von Kosmetikprodukten auf Marketing und Werbung ausgerichtet sind, sind die resultierenden Formeln meist alles andere als wirkoptimal. In der Tat können wir oft sehen, dass Behauptungen mit den Wörtern „bio“, „natürlich“ und „frei von“ eher im Fokus der Rezepturentwicklung stehen als die Produktleistung. Aber wahrscheinlich ist dies normal, wenn Sie sich in einem emotionalen Geschäftsumfeld wie der Kosmetik befinden.

Die altersbedingte Verlangsamung unseres Stoffwechsels führt zu einer intrinsischen Hautalterung, die jedoch keinen drastischen Beitrag zu sichtbaren Altersveränderungen der Haut hat. Der Hauptalterungsbeitrag kommt von der extrinsischen Alterung, also von außen, wobei UV-A die Hauptursache ist, während UV-B für Sonnenbrand und Hautkrebs verantwortlich ist.

FAZIT

Nicht aussichtslos

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die extrinsische Alterung, die den wichtigsten Teil der Hautalterung darstellt, hauptsächlich auf UVA- Licht zurückzuführen ist und durch entsprechende Kosmetika verhindert werden kann. Auf diese Weise ist es möglich, weitaus mehr Falten zu vermeiden, als jemals mit den stärksten Wirkstoffen repariert werden könnten. Für Kunden, die bereits vorhandene Schäden mildern möchten, kann die Kosmetikindustrie heute aus modernen und hochaktiven Wirkstoffen, deren Wirksamkeit durch klinische Studien nachgewiesen wurde, sehr leistungsfähige Formeln zusammenstellen.

Über Dr. Eckart Voss. Der Autor befasst sich seit mehr als 40 Jahren mit Kosmetik – als Entwicklungsleiter bei internationalen Unternehmen und zuletzt als Unternehmensberater. 2012 gründete er gemeinsam mit seiner Frau die Kosmetikstudio-Marke „Dr. E. Voss Professional Care“.
Dr. Eckart Voss
Author

Kommt die Hautalterung von innen, oder von außen? Sichtbare Unterschiede:

Merkmale intrinsischer Hautalterung:

– Feine Falten

– Melanin normal; gleichmäßig

– SC unverändert

– Dermoepidermale Junktion gut

– Elastin, Kollagen wenig degeneriert

– Vaskuläre Veränderungen gering

– Benigne seborrhoische Keratosen

Merkmale extrinsischer Hautalterung:

– Grobe Falten

– Ungleichmäßig, Altersflecken

– SC verdickt

– Stark verflacht

– Elastin, Kollagen massiv degeneriert, vernetzt

– Teleangieektasien, prominent, entzündlich

– Aktinische und Besalzellkarzinome

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